Benzin ist in Polen nominal günstiger als in Deutschland. Für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer bedeutet der Kauf eines Liters Kraftstoff jedoch nahezu doppelt so viel Arbeitszeit. Dies geht aus einem Vergleich der Kraftstoffpreise und der Medianlöhne in beiden Ländern hervor.
Nach Angaben der Europäischen Kommission kostete Ende September ein Liter Superbenzin (95 Oktan) in Polen rund 1,85 Euro, in Deutschland dagegen etwa 2,35 Euro. Die polnischen Preise lagen damit ungefähr ein Fünftel unter dem deutschen Niveau. Die Einkommen sind jedoch deutlich niedriger.
Vergleicht man die Medianlöhne beider Länder auf derselben Grundlage, also monatlich, für das Jahr 2026 und nach Abzug von Steuern sowie Sozialabgaben, zeigt sich: Eine Person mit Medianeinkommen in Polen muss für einen Liter Benzin etwa 15 Minuten arbeiten. In Deutschland reichen dagegen rund acht Minuten aus.
Mit Beginn des Monats Oktober hat sich die Situation teilweise verbessert. Seit dem 3. Oktober gilt das staatliche Maßnahmenpaket „Niedrigere Kraftstoffpreise“, das einen reduzierten Mehrwertsteuersatz, eine niedrigere Verbrauchsteuer und einen gedeckelten Endverbraucherpreis umfasst. In den ersten Tagen lag der Höchstpreis für Superbenzin 95 bei 6,73 Złoty pro Liter, was etwa zwölf Minuten Arbeitszeit entspricht. Das ist jedoch weiterhin mehr als die Hälfte über dem deutschen Wert. Die steuerlichen Entlastungen sollen bis Ende Dezember gelten. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der September in Polen außergewöhnlich teuer war, da die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe am 1. September nach Auslaufen der vorherigen Vergünstigung wieder auf 23 Prozent angehoben wurde.
Die tatsächliche Belastung durch Kraftstoffpreise hängt daher nicht allein vom Preis an der Zapfsäule ab, sondern auch davon, wie viel Einkommen erzielt werden muss, um einen Liter Kraftstoff bezahlen zu können. Die Angaben zu den Löhnen stammen vom polnischen Statistikamt GUS sowie vom deutschen Statistischen Bundesamt Destatis. Die dargestellten Werte sind als Näherungswerte zu verstehen.
Via Regia Trade (CP), Foto: Waldemar Roszczuk













