Die Selbstverwaltungen der Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus sowie des Landes Brandenburg haben eine gemeinsame Initiative angekündigt, die bereits im Jahr 2027 zu einem der bedeutendsten grenzüberschreitenden Bahnprojekte in der Region werden könnte. Der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien Paweł Gancarz, der Marschall der Woiwodschaft Lebus Sebastian Ciemnoczołowski, der Ministerpräsident Brandenburgs Dietmar Woidke sowie der stellvertretende Marschall Niederschlesiens Michał Rado bestätigten die Pläne zur Einführung einer neuen Bahnverbindung, die von Koleje Dolnośląskie S.A. betrieben werden soll.
Ab Dezember 2026 sollen Züge auf der Strecke Legnica – Żagań – Żary – Cottbus verkehren und damit einen neuen, regelmäßigen Verkehrskorridor zwischen Polen und Deutschland schaffen. Durch die abgestimmten Fahrpläne werden Reisende aus Wrocław mit Umstiegen in Legnica und Cottbus in einer Zeit nach Berlin gelangen können, die mit den heutigen Verbindungen von PKP Intercity vergleichbar ist. In der Praxis bedeutet dies, dass die Hauptstadt Niederschlesiens der deutschen Hauptstadt auf der Schiene deutlich näher rückt.
Derzeit verkehren auf dem Abschnitt Wrocław – Legnica 38 Zugpaare, die Fahrzeit beträgt 37 Minuten. Zwischen Legnica und Cottbus bestehen sieben Zugpaare, die die Strecke in rund zwei Stunden und zwanzig Minuten zurücklegen. Von Cottbus nach Berlin fahren siebzehn Zugpaare, die Reise dauert eine Stunde und dreiunddreißig Minuten. Ab Dezember 2026 wird die Zahl der Verbindungen auf dem zentralen Abschnitt Legnica – Cottbus auf sieben Zugpaare erhöht, was die Erreichbarkeit der Regionen auf beiden Seiten der Grenze deutlich verbessert.
Das Projekt fügt sich in die EU‑Strategie zur Stärkung des Schienenverkehrs in Europa ein, in der Staatsgrenzen lediglich eine Formalität und kein Hindernis für die Mobilität der Bürger darstellen sollen. Die gemeinsame Initiative der drei Regionen zeigt, dass die Zusammenarbeit der Selbstverwaltungen die Verkehrslandkarte tatsächlich verändern und neue Möglichkeiten für Reisende, die Wirtschaft und lokale Gemeinschaften schaffen kann.
ViaRegia Trade (CP), Foto: Waldemar Roszczuk
